Dienstag, 10. März 2020

Neuland und altes Terrain


Irgendwo im Nirgendwo hat Ende 2018 östlich von Udon Thani ein neuer 18-Loch-Platz eröffnet. Grund genug für uns, hier mal eine Premierenrunde zu drehen. Royal Creek nennt sich die Wiese. Fassen wir mal das Positive zusammen: der Platz an sich ist fertig, Promotion Greenfee 500 Baht, die Caddies sind adrett, das luftige Clubhaus hat das, was man braucht - Umkleideräume und ein Restaurant. Jetzt das "aber": rund um die Anlage ist noch viel Baustelle (Hotelneubau, neue Wasserreservoires usw.). Das Layout ist relativ langweilig, oft hin und her, extrem offen ohne Schatten, da werden auch in 5 Jahren die neu angepflanzten Bäume kaum helfen. Bei den heutigen Temperaturen bis an die 37° kann man dann nicht auch noch extrem langsame Flights vom Kids-Turnier vor sich gebrauchen. An der 10 und an der 14 haben wir dann endlich die Jungs und Mädels passiert, so dass wir ohne Kreislaufkollaps die Runde beenden. Mit den Wasserhindernissen kann man es auch übertreiben, bei schlechten Drives wird es eine nasse und ballintensive Angelegenheit. Die waren heute aber richtig gut, nur auf den Grüns fehlte heute mal wieder die Lesebrille. Fazit: kann man mal spielen, muss man aber nicht.




Nach einem Snack im Clubhaus machen wir uns dann mit unserem von der Sonne bis zum Siedepunkt aufgeheizten Nissan Almera auf Richtung Khon Kaen. 135 km und knapp 2 Stunden später haben wir das Zentrum erreicht, Stopp in unserer üblichen laundry zum Wäsche abgeben, dann noch mal ca. 15 km bis zu unserem Stammhotel, dem Wishing Tree Resort. Hier ist alles lauschig und so wie gewohnt, einzig der Temperatur-Scan beim Check In und beim Betreten des Restaurants erinnert ein wenig an Pseudo-Sicherheit wegen unserem Freund Corona, hatten wir bis jetzt noch nicht. Gemessen wurden 36,8°, deckt sich doch ganz hervorragend mit der Außentemperatur. Da hilt dann nur noch ein kühlendes Leo Beer aus der gar nicht mal so weit entfernten Singha Brauerei, die hier in Khon Kaen ihren Hauptsitz hat. Und der Besitzer scheint 'n Netter zu sein, baut der doch tatsächlich neben seiner Firma einen Top-Golfplatz und nennt den Singha Park. Ja, und den spielen natürlich morgen früh, nur 5 km weiter lockt der Platz und das halbierte "Sports Day" Greenfee (Dienstag und Mittwoch!).


Montag, 9. März 2020

Victory Park - und Udon Thani bei Nacht


Die Innenstadt von Udon Thani gibt doch mehr her als gedacht  - doch wenden wir uns zunächst mal unserer Morgen- und Mittagsbeschäftigung zu, erst Safereparatur im Zimmer (nach 'ner Stunde und hartnäckigem Nachfragen per Telefon und an der heute englisch sprechenden Rezeption erledigt), dann Golfen im Victory Park Country Club in der Nähe von Nong Khai, ca. 45 km nördlich von UD. Hier hatten wir bereits zweimal das Vergnügen, das letzte mal vor 3,5 Jahren.




Das Wochentags-Greenfee beträgt 800 THB, für diesen herausfordernden Platz mit exzellentem Layout sehr günstig. Aber hier ist ja auch keine Touri-Hotspot, hier golft der Thai oder vielleicht mal ein Expat. Die Platzpflege könnte etwas besser sein, vor genau einer Woche gab's ein schweres Unwetter mit Starkregen, demzufolge finden sich immer noch viele kleine Sandhäufchen auf den Fairways, die von den Regenwürmern aufgeworfen wurden. Hätte man mal drübermähen können. Ansonsten bietet der Platz Probleme ohne Ende, Palmen und Wasser überall. Entweder trifft mein Ball 'ne Palme oder er geht ins Wasser. Oder er trifft erst die Palme und springt von da ins Wasser. Naja, ganz so schlimm war's nicht, Ballverlust: 1 (ich), Score: Mitte 90 für beide, vielen 3-Putts sei Dank. Nach 3 Stunden haben wir fertig, im Freiluftsnackhouse an Grün 18 gibt's noch günstiges Thaiessen und Bier, wir fahren erstmal zurück ins Hotel.
Der Abend gehört dem Zentrum Udon Thanis. Bemerkenswert auf der 4 km langen Fahrt durch die Straßen ist das extreme Leitungswirrwarr. Hunderte von Kabeln schmücken v.a. die Kreuzungsbereiche, da soll der thailändische Elektriker noch durchblicken. Unvorstellbar. 

Wir flanieren erst durch's riesengroße Central Plaza, essen im Untergeschoss Currys für 50 Baht, laufen noch 300 m weiter bis zum Nachtmarkt. Auf olympischer Fläche findet man hier Klamottenläden und Garküchen ohne Ende. Eigenartigerweise trägt hier kaum einer Gesichtsmaske, das war in Chiang Rai / Chiang Mai anders. Scheint noch eine von Vernunft geprägte Ecke des Landes zu sein.

Sonntag, 8. März 2020

Ein Tag im Mittelmaß


Wir checken früh aus, die Unterkunft im Lanna  Dusita war vollkommen ok, nur das Frühstück war eher kein Highlight. Obwohl wir unsere vorgebuchte Startzeit um 7:54 Uhr um 'ne halbe Stunde verpassen, auch Dank der immer gleichen Diskussion hier im Royal Chiang Mai mit der Sekretariatsdame, ob der Caddie im Voucher inkludiert ist oder nicht (über unsere Agentur immer ja), können wir entspannt und ohne Wartezeit starten.


Der Platz ist diesmal nicht Fisch und nicht Fleisch, so ein Zwischending zwischen geht so und ganz in Ordnung. Durch die Trockenheit/Dürre liegen sehr viele abgefallene Blätter auf den Fairways, kaum ein Baum steht in Blüte wie sonst um diese Jahreszeit, viele sind komplett kahl. Das macht sonst den Reiz hier aus, von daher sind wir von der Optik enttäuscht. Alles andere ist normaler Durchschnitt, genau wie unsere Ergebnisse in den niedrigen Neunzigern auch. Im Clubhaus-Restaurant ist auch nicht viel los, wir stärken uns mit einem leichten Lunch, bevor es dann Richtung Flughafen geht. 


Um 17:20 Uhr startet unser Flug mit Nokair nach Udon Thani. Pünktlich bringt uns die Propellermaschine in einer Stunde in die nördliche "Metropole" des Isaan. Die Mietwagenübernahme klappt reibungslos, in 10 Minuten erreichen wir im Dunkeln und ohne Navi das Prajaktra Design Hotel. Enttäuschend: das angepriesene Dachterrassen-Restaurant hat geschlossen, der beworbene großzügig angelegte Pool glänzt durch Abwesenheit und an der Rezeption wird so gut wie kein Englisch gesprochen. Na klasse! In 1 km Entfernung finden wir neben einem 7eleven 'ne Garküche, 2 x pork soup, lecker und preiswert. Schaunmermal, ob wir die zweite Nacht auch noch hier verbringen...


Samstag, 7. März 2020

Summit Green Valley: nahezu perfekt


Auch den Summit Green Valley Chiang Mai haben wir jahrelang links liegen gelassen, da der Platz für das Gebotene zu teuer geworden ist, trotzdem aber immer rappelvoll war. Nun haben wir nach einer Alternative zum schlecht gepflegten Inthanon Resort GC gesucht und sind aus 2 Gründen mal wieder hier: keine Cartpflicht und March Promotion, über eine Internetagentur für 1.700 THB gebucht. Und siehe da, die Anlage hat sich zur allerersten Adresse im Großraum Chiang Mai gemausert, Details siehe weiter unten.






Zusammen mit uns steht ein einzelner, junger Koreaner am ersten Abschlag, wir gehen zusammen auf die Runde und spielen beide von blau, d.h. rund 6500 m, course rating 74,5 und slope 142. Der Platz ist wirklich makellos, trotz der andauernden Trockenheit und Temperaturen weit in den Dreißigern findet man nicht eine kahle Stelle auf den Fairways. Das Spiel gestaltet sich zügig, erst an Loch 14 laufen wir auf einen Viererflight mit Carts auf, Zeit für ein kaltes Getränk an einem der auf der Anlage verstreuten Kioske. Die Schlagausbeute ist wie immer: einmal wie gekonnt, dann wieder wie gerade angefangen. Trotzdem eine Runde zum geniessen und Ambiente, Landschaft und alles was Golfen auf thailändischen Plätzen ausmacht, aufsaugen.


Loch 16, Par 3, 236 yards
Das sanierte Clubhaus ist nun luftig offen, hat saubere und großzügige locker rooms und im 1. Stock jetzt auch ein Freiluftrestaurant mit vernünftigen Sitzgelegenheiten, das war vor Jahren anders. Da konnte man nur drin sitzen, plüschig mit Ballsaal-Atmosphäre. Und: smoking allowed, das ist selten geworden in Thailands Restaurants.

Am Abend machen wir noch einen Abstecher zur Central Festival Shopping Mall am Highway 11, das war's dann mit Chiang Mai für uns. Morgen natürlich noch vor dem Weiterflug am späten Nachmittag noch eine Golfrunde hier, der Royal Chiang Mai GC steht in der Frühe kurz vor 8:00 Uhr an.

Freitag, 6. März 2020

Lanna GC - long time no see


Der Lanna GC, ein 27-Loch-Platz der Royal Thai Army ist ein Teil des Lanna Sports Center, nur ein paar Minuten vom Zentrum Chiang Mais entfernt. Die ursprünglichen 18 Löcher sind ein Parklandplatz mit uraltem Baumbestand, dann gibt's noch 9 Löcher rund um und in der Pferderennbahn. Wir spielen die alten 18, Greenfee 550 THB (ca. 16 €). War es gestern überall schön leer, ist es hier heute umso voller, ein Thai-Flight hinter dem anderen, teilweise in 5er- und 6er-Gruppen. An Loch 5 laufen wir auf, ab da dann leider nur noch slow play und Warterei. Der Platz ist landschaftlich ein Highlight, aber einfach ist er nicht. Jedes Grün ist erhöht und schwer anzuspielen, da hilft auch die extrem langsame Putt-Oberfläche nicht. Rund um die Fairways ist es staubtrocken und auf denselben stehen mittendrin Bäume (teils wunderschöne 😉), die manche Bälle magisch anziehen, v.a. unsere. Dazu Wasser, Ausgrenzen, Bunker, alles was der Amateurgolfer nicht braucht. Beide Scores heute tief in den Neunzigern, wenigstens Annette spielt ihr Birdie und gleicht zum 3:3 aus. Ich glaube, es wird wieder 10 Jahre dauern, bis wir hier erneut abschlagen.








So, nach Pad Thai und Bier in der Garküche am Straßenrand und einem Nachmittag am Pool fahren wir jetzt ins Zentrum, vielleicht folgt noch ein Kurzbericht.

Ultrakurz: Palak Paneer und Tom Yum Gai im Whole Earth, dann noch 'ne Runde über den Nachtmarkt, auffallend wenige Asiaten unterwegs, ziemlich leergefegt.





Donnerstag, 5. März 2020

Gähnende Leere - wie schön...?


Wir starten gegen 7:30 Uhr Richtung Chiang Mai, Fahrstrecke bis zum CM Highlands Golf Resort ca. 200 km. Ca. 15 km südlich Chiang Rais stoppen wir kurz am Wat Rong Khun, dem "white temple".
Es ist herrlich leer, kaum ein Besucher da, der uns den Blick und das Bauwerk verstellt. Hatten wir so noch nicht, eigentlich werden hier von Sonnenaufgang bis -untergang die meist asiatischen Touristen busladungsweise abgefertigt, doch zur Zeit - nix. 



















Weiter geht's über Highway 1 und 118 über kurvenreiche Strecken, wir passieren Mae Suai und Wiang Pa Pao, bevor wir unseren üblichen Tee-, Cappucino- und Toilettenstopp im "Coffee View"-Cafè einlegen. Der Rest der Strecke führt durch die Berge, leider sind die nächsten 40 km eine einzige Großbaustelle mit dementsprechend langsamer Fahrt. Trotzdem erreichen wir nach etwas mehr als 3 Stunden das Chiang Mai Highlands Golfresort mit einem der Top-Plätze der Region. Hier ist es immer voll. Ich korrigiere: hier WAR es immer voll. Unsere vorgebuchte Startzeit 11:36 Uhr hätten wir uns klemmen können. Bis auf eine Hand voll Japaner ist die Anlage absolut leergefegt. 27 Loch liegen uns zu Füßen, aufgrund der hier doch ansteigenden Temperaturen (bis 36°) belassen wir es bei 18 Loch, Kurs C & A ist angesagt, leider - oder auch besser so heute - Cartpflicht.








Der Platz spielt sich schwer, es gibt 3 Optionen: Fairway, Bunker oder Wasser. Ich wähle meist Option 2, liebäugele aber auch gerne mit Option 3. Die Grüns sind extrem schwer, so wird's leider nur ne 92 bei beiden, da war v.a. bei Annette eindeutig mehr - bzw. weniger Schläge - drin. Aber egal, wir brauchen kaum mehr als 3 Stunden. Nach einem wie immer exzellenten Essen im Clubhaus machen wir uns auf zur letzten Etappe, 45 km bis zum Hotel Lanna Dusita, nördlich des Zentrums von Chiang Mai sehr idyllisch am Ping River gelegen, unsere Premiere hier.

Und - auch hier - gähnende Leere. Seit wir hier sind, haben wir im gesamten Hotel nicht einen einzigen anderen Gast gesehen. Das hat die Anlage im typisch verschnörkelten Thaistil wahrlich nicht verdient. Alles ist sehr gepflegt, die Angestellten sehr zuvorkommend, die Preise für die Zimmer und im Restaurant
moderat, und unser Deluxe River View Zimmer mit vernünftiger Größe und schönem Balkon (im Bild darunter das Zimmer oben links) ist wirklich ansprechend. Gut, die low season fängt hier langsam an, aber die Reaktionen auf das Virus macht hier scheinbar Einiges (unnötig) kaputt.


Ende Gelände - Fazit Teil II der Rundreise

Was soll ich schreiben? Ja, auch der zweite Teil von Januar bis März war sehr erlebnisreich, hatte ein paar Highlights (wir haben viel Neues...